Rechtsschutzversicherung – Strafkaution im Ausland

Schnell kann es passieren, dass ein Urlauber im Ausland verhaftet wird – etwa, weil er mit kulturellen Codes nicht vertraut ist. Aus dem Gefängnis kommt man dann oft nur gegen die Zahlung einer Strafkaution. Gut zu wissen, wenn die Rechtsschutzversicherung auch für Strafkautionsdarlehen im Ausland aufkommt.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben! Allerdings muss dieses Erlebnis nicht positiv sein. Majestätsbeleidigung etwa ist nicht nur in Staaten wie Thailand strafbar, sondern auch in einigen europäischen Ländern. Und in Usbekistan ist es aus moralischen Gründen untersagt, Billard zu spielen, während man in anderen Staaten nicht mit Bikini an den Strand darf. Wer dann zur falschen Zeit am falschen Ort ist, findet sich schnell im Gefängnis wieder – ohne genau zu wissen, warum eigentlich!

Auch weniger kuriose Gründe bewirken, dass man plötzlich hinter schwedischen Gardinen einsitzt. In einigen Ländern etwa wird eine Gefängnisstrafe bereits bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden verhängt. Aus der Haft kommt man dann nur gegen Zahlung einer Kaution, die schnell mehrere zehntausend Euro ausmachen kann. Nicht jeder Urlauber hat so viel Bargeld zur Hand!

In solchen Fällen leistet eine Rechtsschutzversicherung, sofern der Leistungsbaustein „Strafkautionsdarlehen im Ausland“ eingeschlossen ist. Zunächst wird dabei die Summe als zinsloses Darlehen zur Verfügung gestellt. Bei einem nachträglichen Freispruch entstehen dem Betroffenen in der Regel keinerlei Kosten. Wird er zu einer Geldstrafe verurteilt, wird diese mit der Kaution verrechnet und muss der Versicherung erstattet werden.

Im Versicherungsvertrag sollte darauf geachtet werden, für welche Länder der Versicherer eine Kaution zahlt. Häufig greift der Leistungspunkt nur in Europa, da hier die Rechtsstandards oft vergleichbar mit Deutschland sind. Wer gerne um den Globus reist und Weltgeltung beansprucht, muss mitunter etwas mehr zahlen.

Auch andere Leistungspunkte lohnen mit Blick auf das Ausland: So werden etwa Übersetzungskosten für Dokumente nicht in jedem Vertrag garantiert. Manche Anbieter ersetzen sogar Reisekosten zu einem ausländischen Gericht, wenn das Erscheinen als Beschuldigter oder Partei vorgeschrieben und zur Vermeidung von Rechtsnachteilen erforderlich ist. Für Backpacker und Weltenbummler kann das Mehr an Versicherungsschutz wichtig sein! Welche Versicherung man noch auf Reisen benötigt, klärt ein Beratungsgespräch.

Versicherungsbetrug lohnt sich nicht!

Jede zehnte Schadensmeldung von Versicherungskunden erfolgt vermutlich in betrügerischer Absicht. Zu diesem Ergebnis kommen Erhebungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Der finanzielle Nachteil, der den Versicherungsgesellschaften durch Betrug entsteht, wird pro Jahr auf 4 Milliarden Euro geschätzt.

Umso strenger reagieren die Versicherungen, wenn sie Betrug wittern. Selbst bei Bagatellschäden wie etwa einer zerbrochenen Brille oder einem defekten Waschbecken verfolgen sie eine Null-Toleranz-Politik. Das bedeutet, der Versicherer verweigert nicht nur die Schadenszahlung, sondern wird den Fall auch juristisch verfolgen und zur Anzeige bringen. Bei schweren Vergehen kann Versicherungsbetrug sogar mit einer Gefängnisstrafe geahndet werden!

Schadensmeldungen werden aufwendig geprüft
Auch betreiben die Versicherer einigen Aufwand, um Betrügern auf die Schliche zu kommen. Wie das Handelsblatt berichtet, haben Autoversicherer beispielsweise Testlabore eingerichtet, in denen Unfälle untersucht werden. In diesen Laboren lässt sich mit großer Genauigkeit ermitteln, ob eine Delle beim jüngsten Unfall entstand oder bereits ein Vorschaden vorlag.

Ebenfalls selbstverständlich ist, dass beim kleinsten Zweifel Sachverständige die Plausibilität der Schadensmeldung prüfen. Dabei werden zunehmend auch Online-Daten abgefragt, etwa bei sozialen Netzwerken wie Facebook. Sogar Ermittler werden eingeschaltet! Rechnungen können mit Farb- und Infrarot-Bildsystemen auf Manipulationen untersucht werden. Hier gilt: Ehrlichkeit ist für Versicherungskunden Pflicht.

Schäden gut und umfangreich dokumentieren
Die begründete Skepsis der Versicherer bedeutet auch für ehrliche Kunden eine Gefahr. Wenn sie Schadensmeldungen lückenhaft und ungenau ausfüllen, kann es passieren, dass sie zu Unrecht des Versicherungsbetruges verdächtigt werden. Deshalb ist es wichtig eine Schaden genau zu dokumentieren. Fotoaufnahmen und Zeugen können dabei sehr wertvoll sein. Ein Versicherungsfachmann kann Tipps geben, was bei der Schadensmeldung zu beachten ist!

Wenn der Sachbearbeiter bei der Versicherung misstrauisch erscheint, sollten Kunden, die sich im Recht wähnen, hartnäckig bleiben. Manchmal wird einfach probiert, ob eine Verweigerung klappt – doch vor Gericht müssen die Versicherungen einen Betrug nachweisen. Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung bietet Sicherheit für eventuelle Rechtsstreitigkeiten.

Alles neu macht der Mai – in der Verkehrssünder-Datei!

Autofahrer, aufgepasst! Am 01.05.2014 tritt für die Flensburger Verkehrssünderdatei ein neues Punktesystem in Kraft. Doch was ändert sich für die Verkehrsteilnehmer? Dies zeigt der kurze Überblick.

Ein neues Punktesystem regelt ab dem 01. Mai, mit welchen Strafen Verkehrssünder bedacht werden können. Bislang erhielt ein Verkehrsteilnehmer zwischen 1 und 7 Punkten für schwere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung und musste bei 18 Punkten den Führerschein abgeben. Zukünftig sind dies pro Vergehen nur noch 1 bis 3 Punkte – aber der Führerschein wird bereits ab einem Punktestand von 8 entzogen.

Punkte gibt es für Verstöße ab 60 Euro
Fürchten müssen Autofahrer zukünftig Punkte in Flensburg, wenn ihnen ein Verstoß ab einer Strafzahlung von 60 Euro nachzuweisen ist. Aber Vorsicht: für einige Delikte wird die Bußgeldhöhe angehoben, so dass Verkehrsrowdys tiefer in die Tasche greifen müssen.

60 Euro werden zukünftig fällig für Delikte wie: Handynutzung am Steuer (bisher 40 Euro), Fahren mit abgefahrenen Reifen (bislang 50 Euro) und Kind ohne Sicherung mitgefahren (bislang 40 Euro). Bei einem verbotswidrigen Verfahren von Umweltzonen gibt es zukünftig keinen Punkt mehr, aber als Bußgeld hierfür werden happige 80 Euro fällig.

Die Maßnahmenstufen werden innerhalb des neuen Punktesystems für das Fahreignungsregister wie folgt festgelegt: 1 bis 3 Punkte Vormerkung, 4 bis 5 Punkte Ermahnung, 6 bis 7 Punkte Verwarnung, 8 Punkte: Entzug der Fahrerlaubnis. Ein Punkt lässt sich abbauen, wenn der Fahrer innerhalb von 5 Jahren ein Fahreignungsseminar besucht und zu dem Zeitpunkt nicht mehr als 5 Punkte auf seinem Konto hat.

Neue Tilgungsfristen
Ändern werden sich im Zuge des neuen Punktesystems auch die Tilgungsfristen, innerhalb derer Autofahrer ihre Punkte in Flensburg abbauen können. Positiv für Verkehrssünder: jeder Delikt wird zukünftig einzeln gesehen und verfällt folglich auch einzeln. Dies hat den Vorteil, dass neue Punkte-Einträge nicht den Verfall bestehender Punkte hemmen, wie das bisher der Fall gewesen ist.

Allerdings verlängern sich die Fristen auch. Ab dem 1. Mai gelten Tilgungsfristen von zweieinhalb Jahren bei einfachen Ordnungswidrigkeiten, fünf Jahren bei groben Ordnungswidrigkeiten mit Regelfahrverbot und Straftaten ohne Entzug der Fahrerlaubnis sowie zehn Jahren für eine Straftat mit Entzug der Fahrerlaubnis.

Für alle bisherigen Verkehrssünder gibt es zudem eine schlechte Nachricht: mit den neuen Regelungen verfallen die alten Punkte nicht einfach, die bis einschließlich dem 30.04.2014 angesammelt wurden. Sie werden umgerechnet und in das neue System überführt.

Punkte-Vergleich bisher/neu
Wieviele Punkte müssen Autofahrer zukünftig für bestimmte Verkehrsdelikte einplanen? Hier teilt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur folgende Werte mit:
21km/h zu viel innerorts: bisher 1 Punkt, zukünftig 1 Punkt
31 bis 40 km/h zu viel innerorts: bisher 3 Punkte, zukünftig 2 Punkte
21 km/h zu viel außerorts: bisher 1 Punkt, zukünftig 1 Punkt
51 bis 60 km/h zu viel: bisher 4 Punkte, zukünftig 2 Punkte
Drängeln auf der Autobahn: bisher 3 Punkte, zukünftig 2 Punkte
Rote Ampel überfahren: bisher 3 Punkte, zukünftig 2 Punkte
0,8 Promille Alkohol: bisher 4 Punkte, zukünftig 2 Punkte
Verkehrsgefährdung unter Alkohol: bisher 7 Punkte, zukünftig 2 Punkte
Telefonieren mit dem Handy: bisher 1 Punkt, zukünftig 1 Punkt
Vorfahrt missachtet: bisher 3 Punkte, zukünftig 1 Punkt
Gefährliches Überholmanöver: bisher 2 Punkte, zukünftig 1 Punkt

Laut Aussage der Stiftung Warentest gehört die Verkehrsrechtschutzversicherung zu einer sinnvollen Ergänzung der KFZ-Versicherung. Sie als Autofahrer haben mit diesem Versicherungsschutz kein finanzielles Risiko, wenn sie ihr Recht vor Gericht durchsetzen.

„Golden Ager“ profitieren von Seniorentarifen

In Deutschland leben immer mehr ältere Menschen: jeder fünfte Bundesbürger ist laut Statistischem Bundesamt älter als 60 Jahre. Die Versicherungswirtschaft hat sich mittlerweile auf die Bedürfnisse der „Generation Gold“ eingestellt und bietet spezielle Seniorentarife an.

Wird in den Medien über die Alterung der Gesellschaft berichtet, überwiegen oft die negativen Aspekte. Von steigenden Gesundheitskosten, Pflegebedürftigkeit und Demenz ist in Nachrichten und Talkshows die Rede. Doch dies ist bestenfalls die halbe Wahrheit. Noch nie zuvor in der Geschichte war die Wahrscheinlichkeit für Senioren größer, ein langes und erfülltes Leben zu führen!

Von dem Lebensglück der Senioren zeugen auch viele Studien. So gaben bei einer forsa-Umfrage beispielsweise 70 Prozent der 75jährigen an, dass sie mit ihrem Sexualleben zufrieden sind – mehr als in vielen jüngeren Altersgruppen. Zwar lässt die sexuelle Aktivität nach, aber körperliche Nähe und liebevolle Gesten erlangen eine höhere Bedeutung.

Senioren treiben auch intensiv Sport, nehmen am gesellschaftlichen Leben teil, gehen ins Theater und besuchen Konzerte, wie eine umfassende Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt. Wir werden nicht nur immer älter, sondern bleiben auch länger aktiv und gesund! Es spricht folglich vieles dafür, optimistisch dem Alter entgegenzublicken.

Unfallversicherung für Senioren
Auch die Versicherungswirtschaft hat sich längst auf die wandelnden Bedürfnisse der Senioren eingestellt. In der Allensbach-Umfrage gaben rund zwei Drittel der Über-65jährigen an, auf ausreichende Bewegung zu achten: sie gehen wandern, klettern, fahren Rad etc. All dies macht mehr Spaß, wenn man weiß, dass bei einem Unfall die Versicherung finanziell einspringt und sogar die Reha finanziell unterstützt, sollten Verletzungen zu beklagen sein.

Viele Versicherungsgesellschaften bieten mittlerweile spezielle Seniorentarife für Unfallversicherungen an, die Zusatzleistungen beinhalten. Unter anderem zahlen manche Anbieter eine Sofortleistung bei Oberschenkelhalsbruch, da solch eine Verletzung bei Senioren langsamer verheilt als bei jüngeren Menschen. Doch auch die Installation eines Hausnotrufes, ein Essensservice, die Versorgung mit Medikamenten oder Unterbringung von Haustieren sind wichtige Bausteine, von denen Senioren profitieren. Je nach Tarif lassen sich sogar Ersparnisse bei der Versicherungsprämie erzielen. In der Regel ist ein solcher Seniorentarif ab dem 55. Lebensjahr abschließbar.

Rechtsschutzversicherungen mit Senioren-Bonus
Einen Seniorenbonus halten auch bestimmte Rechtsschutzpakete bereit, so dass ältere Versicherungsnehmer von günstigeren Beiträgen profitieren. Das mag verwundern, ist aber leicht zu erklären: Laut Statistik sind ältere Menschen seltener in Rechtsstreitigkeiten verwickelt!

Bei diesen Angeboten gibt es ebenfalls Zusatzleistungen für ältere Versicherungsnehmer. Die Rechtsschutzversicherung erstattet etwa Anwaltsbesuche im Krankenhaus, wenn die Person zu schwach ist selbst einen Anwalt aufzusuchen. Und es werden Beratungsleistungen für eine Patientenverfügung erbracht für den Fall, dass eine Person ihren Willen nicht mehr selbst erklären kann. Aber Vorsicht: Solche Seniorenangebote haben nicht nur Vorteile! Mitunter beinhalten sie keinen Arbeitsrechtsschutz für Nebentätigkeiten, weil manche Versicherer irrtümlicherweise davon ausgehen, dass Rentner keinen Nebenjob haben. Hier gilt es, in den Vertragsbedingungen genau nachzulesen.

In welchen Sparten noch Ersparnisse für ältere Versicherungsnehmer möglich sind, darüber schafft ein Beratungsgespräch Aufklärung. In jedem Fall gilt es aber, sich eine optimistische Sicht auf den Lebensabend zu bewahren. Eine Langzeitstudie der Universität Yale hat gezeigt, dass eine positive Einstellung zum Alter das Leben sogar verlängern kann!